
Ich trete wie schon in meiner Zeit als Kämmerer der Stadt Plettenberg massiv für eine vorausschauende und verantwortungsbewusste Finanzpolitik ein. Nur eine solide Finanzpolitik eröffnet einem Gemeinwesen die notwendigen Spielräume. Im Interesse unserer Stadt trete ich auch als Bürgermeister für die entsprechende finanzielle Kompetenz und Transparenz ein.
Aber die Transparenz der Finanzen darf nicht nur ein Privileg der Politik sein. Die Bürgerschaft, die ja letztlich mit ihrem Steueraufkommen für die finanziellen Spielräume sorgt, sollte künftig mit einbezogen werden. Der "Kommunale Bürgerhaushalt" bietet, wie die Erfahrungen einiger Modellkommunen belegen, die Chance, die Einwohner für die Finanzen ihrer Stadt zu interessieren, zu beteiligen und auch durch konkrete Anregungen im weitesten Sinne mitgestalten zu lassen. Ich halte deshalb dieses Modell auch für unsere Stadt und damit für unsere Bürgerinnen und Bürger für erstrebenswert. Es wird ausserdem dazu beitragen, der Politikverdrossenheit - zumindest auf kommunaler Ebene - entgegen zu wirken, weil Entscheidungsprozesse der Politik und der Verwaltung im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern verständlich und für alle nachvollziehbar gemacht werden können.
Eine weitere große Herausforderung ist für mich die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements zum 01.01.2009, d.h. die Umstellung vom bisherigen kammeralistischen System auf das kaufmännische Rechnungswesen. Dabei liegt die Herausforderung eher in dem Bereich der künftigen Auswertungs- und Steuerungsmechanismen als in dem Sektor der doppelten Buchführung. Ich erwarte mir deshalb vom NKF wesentlich mehr Auswertefunktionen und Kennzahlberechnungen, um die städtischen Finanzen noch effektiver lenken zu können.
